Geschichten und Erlebnisse

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Geschützt: KERN-Treffen 26.+27.07.2014

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Das Kreuz bei der Ziegelmühle (Sage)

Vor langer, langer Zeit lebte in der Mühle ein frommer Müller. Er betete gern und von seiner großen Wohltätigkeit wurde in der ganzen Umgegend erzählt. Tag für Tag kamen deshalb Arme und Kranke, Bettler und Landstreicher an seine Türe. In jener Zeit waren alle Straßen von solchen umherziehenden Männern und Frauen bevölkert. Alle fanden im Hause des Müllers eine offene Hand und meist auch gern gewährte Herberge. Wenn der grauhaarige Müller am Abend bei seinen Gästen in der Stube hinter dem großen Tische saß und sie die schackhafte Gerstensuppe löffelten, unterhielt er sich gern mit ihnen. Da erfuhr er immer wieder die gleichenm, betrüblichen Schicksale der armen Menschen. Die meisten wußten nichts von einer Heimat, hatten weder Vater noch Mutter gekannt, strolchten seit ihrer Jugend durch das Land, hatten nichts gelernt, wußten nichts von Gott, Himmel oder Hölle. Viele lebten von Diebstahl und Wahrsagen, fast alle vom Betteln. Sie lebten fast wie unvernünftige Tiere. Immer wieder packte der Müller das Mitleid mit diesen Armen. Er erzählte ihnen darum immer wieder vom Heiland, der ür alle Menschen gelitten hat und gestorben ist. Er wollte ihnen nicht nur zu Essen und Nachtlager helfen, noch vielmehr lag ihnen das Heil ihrer Seelen am Herzen. Da kam er eines tages auf den Gedanken, in der Nähe der an der Mühle vorbeiführenden Straße ein Kreuz aufstellen zu lassen, an dem das ganze Leiden und Sterben des Heilands zu sehen war. Auf diese Weise wollte er alle Menschen, die am Kreuze vorbeikommen, immer wieder an das Leiden und Sterben des Heilands erinnern. Nachdem der Müller seinen Plan ein paar Tage mit sich herumgetragen hatte, besuchte er schließlich seine nächsten Nachbarn und erzählte ihnen von seinem Vorhaben. Die einen sagten sofort ihre Hilfe zu. Andere zögerten, wollten nichts davon wissen oder suchten dem Müller seine Absicht auszureden. Sie meinten, die Landstreicher würden das Kreuz doch nicht beachten; die dächten nur ans Stehlen und Betrügen. Aber der Müller blieb fest und konnte die meisten überzeugen, so daß schließlich der Beitrag eines jeden festgelegt werden konnte. Einer stiftete das Holz zu den Balken, einer wollte den Zimmermann während der Arbeit verköstigen, ein anderer erklärte sich bereit, den Arbeitslohn für den Zimmermann zu spenden, wieder andere versprachen, bei der Aufrichtung des Kreuzes zu helfen, einige stifteten die Kosten für die Marterwerkzeuge; der Müller selber übernahm die Kosten für den Christuskörper. So war alles vorbereitet und ehe ein halbes Jahr vergangen war lag alles bereit. Die Aufrichtung des Kreuzes wurde festgelegt; zur Bestimmten Stunde standen alle Männer mit dem Zimmermann bereit zur Arbeit. Das Werk war bald vollbracht, und mit Rührung nahmen alle den Hut ab, um das erste Gebet vor dem Kreuz zu verrichten. Am Sonntag darauf wurde das neue Kreuz feierlich geweiht. In feierlicher Prozession zogen die Teilnehmer an der Feier von der Kirche vor das Kreuz. Der Pfarrer weihte das Kreuz, es wurde gebetet und gesungen. In seiner kurzen Predigt ermahnte der Pfarrer alle, dem Herrgott dafür dankbar zu sein, daß er ihnen eine so schöne Heimat gegeben habe und darüber die vielen armen Heimatlosen nicht zu vergessen. Vor dem neugeweihten Kreuze möchten alle dem Herrgott ihren Dank abstatten, daß sie im Glauben an Jesus Christus erzogen worden seien. Und immer, wenn sie von nun an an dem Kreuze vorbeigingen sollten sie sich das Leiden und Sterben des Heilandes vor Augen halten, damit sie ihr ewiges Ziel nicht verfehlten.
Das Beispiel des Müllers fand bald im Tal und anderwärts Nachahmung, und andere fromme Menschen ließen ebenfalls solche Kreuze erstellen.

Quelle: Das Kreuz bei der Ziegelmühle 48. aufgeschrieben von Karl Pfister „ein guter Mensch“

Anzeige zur Versteigerung der Ziegelmühle vom 08.12.1843

Abgeschrieben aus dem Dokument Versteigerung

Großherzogliches Badisches
Anzeigenblatt
für den
Mittelrheinkreis
Jahrgang 1843

Dem Michael Neumaier, Bürger und Müller in Welschensteinach, in Nordamerika abwesend, vertreten durch seinen Bevollmächtigten Phillipp Klausmann zu Welschensteinach, werden in Folge richterlicher Verfügung vom 27. Jänner d.J. Nro.1029, die unten verzeichneten Liegenschaften

Dienstags den 10. Januar 1844,

Nachmittags 2 Uhr, Wildenmannwirtshause zu Welschensteinach im Zwangswege öffentlich versteigert, wozu die Liebhaber mit dem Vermerk eingeladen werden, daß der endgültige Zuschlag erfolge, wenn der Schätzungspreis erreicht werde.

In der Gemarkung Welschensteinach

Häuser und Gebäude.

Nro. 1 Ein zweistöckiges Wohnhaus, mit einer Mühle von zwei Mahlgängen, nebst Scheuer und Stallung, unter einem Dache, in der mitt des Welschensteinacher Thales, einerseits Moritz Jäckle, andererseits Joseph Schwendemann.

Nro. 2. Ein Speichergebäude

Nro. 3. Eine Backküche und

Nro. 4. Eine Reibmühle mit Schweineställen, sämtlich mit den nämlichen Nebenliegern

Wiesen.

Nro. 5. Sechs Sester, einerseits Moritz Jäckle, anders. Georg Schirrmann.

Äcker.

Nro. 6. Drei Sester, einers. Moritz Jäckle, anders. sich selbst,

Nro. 7. Ein halber Sester beim Hause, einers. der Thalbach, anders. sich selbst

Haslach den 8. Dezember 1843

Großh. Bad. F. F. Amtsrevisorat.
Zamponi

vdt. Grether,

Distriktsnotar